Oni Club GmbH

In Philipp Blankenburgs Büroraum stapeln sich Figuren, Masken, T-Shirts und andere Utensilien, die das Herz eines jeden Animations-, Horror- oder Manga-Fans höher schlagen lassen. Dazwischen Verpackungsmaterial und eine gut durchdachte Packstation. Philipp Blankenburg verschickt seine „KingsLoot“-Pakete an Kund:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eine sehr ausgefallene Geschäftsidee, die wir gern näher beleuchten wollen.

Sie vertreiben sog. Themenboxen, die ihre Kunden im Abo buchen können? Was steckt genau dahinter und wie funktioniert das Prinzip?
Philipp Blankenburg: Ich spreche mit meinen Boxen unterschiedliche Fan-Gruppen an. Es gibt beispielsweise die monatliche „Kings-Box“. Dieses Paket hat wechselnde Themen, damit es für die Abonnent:innen spannend bleibt. Inhaltlich sind immer vier bis sechs Teile im Wert von über 45 Euro dabei. Dann gibt es noch die monatliche Shirt-Box mit exklusiven „KingsLoot“-Motiven, die ich selbst produziere. Und dann stelle ich noch im Zwei-Monats-Rhythmus Boxen zu speziellen Genres zusammen. Es gibt beispielsweise Gamer-, Horror-, Manga- und Anime-Boxen und zusätzlich limitierte Boxen, wie eine Marvel-Fan-Box.

Da kommt ja einiges an Paketen zusammen. Wie schaffen Sie es, diese auf den Postweg zu bringen? Und wie bekommen Sie immer wieder neue Ideen für die Inhalte?
Zuerst ist immer die Idee für eine Box da. Die Genres sind ja auch meine Leidenschaft, da fällt es mir nicht schwer, die Themen und Inhalte zu finden. Außerdem bekomme ich Rückmeldungen von meinen Kund:innen. Wenn ich das Thema festgelegt habe, bestimme ich die Inhalte. T-Shirts und Vinyl-Aufkleber produziere ich selber und zwar unter der Marke „KingsLoot“. Den Rest – Figuren, Pins etc. – beziehe ich direkt von Herstellern oder über Lieferanten. Und wenn die Packaktion los geht, bekomme ich Unterstützung. Wir sind ein Zwei-Personen-Betrieb der gut aufeinander eingespielt ist. Die Pakete gehen an Kund:innen im gesamten DACH-Raum. Durch die Corona-Pandemie hat sich der Radius sogar vergrößert. Viele sind zu Hause geblieben und dies hat bei mir für deutlich mehr Abonnenten:innen gesorgt.

Wie kommt man auf eine solche Geschäftsidee und warum ist das TÖZ ihr Firmensitz?
Die Idee stammt aus den USA. Hier gibt es bereits seit vielen Jahren Abo-Boxen für „Nerds“. Ich habe die Geschäftsidee wiederum von meinem früheren Arbeitgeber übernommen. Für ihn habe ich 11 Jahre gearbeitet und dann war es Zeit sich selbstständig zu machen und eigene Ideen umzusetzen. Das war Ende 2019. Seit Anfang 2020 ist die OniClub GmbH Mieterin im TÖZ. Da ich bei der Geschäftsübernahme auch einen gewissen Lagerbestand mit übernommen habe, war schnell klar, dass ich größere Räumlichkeiten benötige. Eine zuerst genutzte Bürogemeinschaft war auf Dauer nicht tragbar. Das TÖZ ist für mich ein idealer Standort, insbesondere, seit mein Büro im Erdgeschoss liegt. Dies erleichtert den Zugang für die Logistikunternehmen, die die Ware abholen.

Was waren denn die größten Herausforderungen für Sie in der letzten Zeit?
Definitiv der Brexit und die lange Ungewissheit der Handelsbestimmungen. Der Großteil meiner Ware kommt aus Großbritannien. Manche Hersteller und Lieferanten haben Lagerräume in den Niederlanden eröffnet, so dass die Lieferketten funktionieren. Ansonsten beziehe ich viel aus den USA und EU-Ländern.
Natürlich war bzw. ist die Corona-Krise auch eine Herausforderung. Die größeren Abonnentenzahlen haben mich aus logistischer Sicht schon an Grenzen gebracht. Insbesondere die Vorweihnachtszeit war sehr anstrengend und stressig. Aber letztendlich schöpfe ich dadurch eher neue Energie.

Wie gewinnen Sie neue Kund:innen?
Ich bin bei Instagram sehr aktiv und schalte hier auch Anzeigen. Was auch sehr gut funktioniert, ist die Einbindung von VBloggern auf YouTube. „Unboxing“-Videos sind sehr beliebt und zeigen neuen Kund:innen gleich welche besonderen Inhalte sie über meine Boxen erhalten. Der Rest sind Empfehlungen von Bestandskund:innen. Es funktioniert und läuft gut.

Man merkt Ihnen an, dass Sie Ihr Unternehmen mit Leidenschaft betreiben. Gibt es Pläne, die Sie für 2021 haben?
Ja, das tue ich. Mir macht Spaß was ich mache und es freut mich, dass ich mit meinen Boxen andere Menschen eine Freude mache. Pläne für 2021 gibt es noch viele, die Frage ist nur, ob ich diese auch bis zum Ende des Jahres umsetzen kann. Eigentlich sollte schon meine neue Webseite online sein. Da ich aber auch alle Marketing-Maßnahmen selbst umsetze, fallen größere Projekte manchmal hinten über. Ein Tag hat ja leider nur 24 Stunden.